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Grußwort der Tagungspräsidenten

Lebensdauer oder Lebensqualität?
Rehabilitationsziele beim älteren und multimorbiden Herzpatienten

Dr. med. Wolfgang Mayer-Berger

Univ.-Prof. Dr. med. Christoph Herrmann-Lingen

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit dem Altern der Gesellschaft und den Therapieerfolgen der Akutkardiologie und Kardiochirurgie steigt der Anteil älterer und multimorbider Menschen mit Herz-Kreislauferkrankungen an. Neben klassischen Rehabilitationsindikationen wie Myokardinfarkt oder herzchirurgischen Eingriffen benötigen auch immer mehr, oft ältere Patienten nach interventionellen Herzklappeneingriffen oder akut rekompensierter Herzinsuffizienz Behandlungen zur Rehabilitation.

Höheres Alter geht oft einher mit zunehmender Multimorbidität, die sich limitierend auf den Rehabilitationsprozess, seine möglichen Zielsetzungen sowie auf die erreichbare Verbesserung von Lebensdauer und Lebensqualität auswirken. Diese Limitationen, etwa die absehbare begrenzte Rolle "klassischer" sekundärpräventiver Angebote bei multimorbiden Hochbetagten mit transaortalem Klappenersatz oder nach Dekompensation einer schweren Herzinsuffizienz, können aber auch eine andere Perspektive eröffnen.

Da das beim jüngeren Patienten bislang vorherrschende sekundärpräventive "add years to life" zunehmend an seine Grenzen stößt, erhält das "add life to years" ein besonderes Gewicht. In der Tagung wird es zum einen um Möglichkeiten und Grenzen der Lebensverlängerung beim älteren und multimorbiden (und übrigens auch immer häufiger weiblichen) Herzpatienten gehen. Daneben rückt gerade bei diesen Patienten auch der Aspekt der Qualität des verbleibenden Lebensabschnitts mit seinen immanenten Veränderungen, kleinen und großen Abschieden, Anpassungsnotwendigkeiten aber auch Chancen zum Neuanfang mehr in den Focus.

Wir erwarten eine spannende und anregende Tagung und würden uns freuen, Sie zur gemeinsamen Arbeit an diesem wichtigen Thema aber auch zu zwanglosem Austausch und Begegnung im Herzen Berlins begrüßen zu können.

Wolfgang Mayer-Berger und Christoph Herrmann-Lingen